aktuell Archiv Editionen kjubh e.V. Kooperationen Kontakt
2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000
2018 2017 2016


Boris Ondreicka: ONE SECOND | OUT OF TIME
(eingeladen von Judith Reichart, Magazin4, Bregenz)
11.09.2004 - 22.10.2004




Der slowakische Künstler Boris Ondreicka ist eine Schlüsselfigur in der jungen slowakischen Kunstszene. Sein Engagement zeigt sich beispielsweise in seiner Idee, ein eigenes Kunstzentrum auf einem Boot zu gründen. Dabei bilden die Fragmentierung von Wirklichkeit durch die Massenmedien sowie die Suche nach einem kritischen und politischen Konzept von Kunst und Künstler zentrale Themen in seiner künstlerischen Arbeit.

Leitende Kuratorin der Ausstellung ist Judith Reichart, Leiterin des Magazin 4 Vorarlberger Kunstvereins in Bregenz. Das Projekt ist als Wanderausstellung konzipiert. Boris Ondreicka wird allerdings in Köln vor Ort arbeiten, um die Installation für den
k j u b h zu modifizieren. Gemeinsam mit dem Magazin 4 erscheint zudem ein Katalog zu der Ausstellung, dessen Produktion vom Auswärtigen Amt unterstützt wird. Erstmals kooperiert kjubh in dieser Ausstellung mit einem anderen Institut, welches den Vorteil hat, eine sehr komplexe, international relevante Ausstellung realisieren zu können, die der Verein allein nicht finanzieren könnte.

In dem Projekt ONE SECOND | OUT OF TIME geht es um das Phänomen einer einzelnen Sekunde der menschlichen Wahrnehmungsprozesse und deren Bedeutung für die menschliche Existenz. Dies wird durch die Analyse des Songs ROOTS BLOODY ROOTS der brasilianischen Heavy-Metal Gruppe Sepultura illustriert.. Das Stück wird in 96 Tracks unterteilt, jeder etwa 0,5 bis zu 3 Sekunden lang. Jeder Track wird geloopt und in einer separaten Kastenarchitektur abgespielt (siehe Abbildungen), darüber hinaus hat jeder Track eine andere Klangintensität. Darüberhinaus ist ein Interview mit dem Ex-Frontmann Max Calavera für die Ausstellung angedacht.

Die Installation wird von einem Textbuch mit etwa 30 Seiten, der RA (= retrospektive Analyse), begleitet, sowie zahlreichen Zeichnungen, Drucken und weiteren Texten. Die retrospektive Analyse versucht, das in der Installation Dargestellte von allen möglichen Interpretationsansätzen aus zu beleuchten, etwa: Wahrnehmungskanäle, Erinnerung, Fehler, Interpretation der Songtexte, Techniken, Postproduktion, Vertrieb / Marketing usw. So demystifiziert das Projekt das "Selbst" vollkommen. Es geschieht etwas, das in der künstlerischen/poetischen Welt nicht allzu häufig vorkommt, in der Hintergründe und Geschichte zumeist versteckt sind. Hier wird der Schaffensprozess geöffnet, indem die Quellen für die Motivation den Ausgangspunkt bilden.