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Arne Schmitt
Bunker-Erfahrung



(Eingeladen von Owen Gump)

Ausstellung: 16. Februar - 17. März 2013

"Es schien ihm, als ob die Bevölkerung, bei offensichtlich eingeborener Erzähllust, die psychische Kraft, sich zu erinnern, genau in den Umrissen der zerstörten Flächen der Stadt verloren hätte."
Alexander Kluge, "Der Luftangriff auf Halberstadt am 8. April 1945"

Arne Schmitt (*1984, lebt und arbeitet in Köln) präsentiert in der Ausstellung "Bunker- Erfahrung" aktuelle fotografische Werkgruppen, die sich mit der deutschen Nachkriegsarchitektur beschäftigen. Die Fotografien entstanden im Rahmen seines langfristigen Projektes "Wenn Gesinnung Form wird", das 2012 von Spector Books, Leipzig verlegt wurde. Schmitts künstlerische Praxis konzentriert sich auf die Prozesse der kulturellen Erinnerung in der öffentlichen Architektur. Mit seinen Fotografien untersucht er die Verbindung von historischem Gedächtnis und architektonischem Schaffen und stellt damit die Frage, wie historische Erfahrung das deutsche Stadtbild der Nachkriegszeit geprägt hat. Schmitt wählt als Technik einfache, leichte Laser-Prints, womit die Schönheit und der monumentale Charakter der klassischen Architekturfotografie vermieden und gleichzeitig Fragen nach dem Wert der fotografischen Erinnerung aufgeworfen werden. Dies wird verstärkt durch Schmitts Verwendung der fotografischen Serie: jedes Gebäude wird von mehreren Bildern abgebildet, die aber zu keinem konkreten "Gesamtbild" der Architektur führen. Schmitts Arbeiten zeigen uns, dass Fotografie, Architektur und Erinnerung Prozesse sind und als solche lückenhaft und fragmentarisch - und dass der persönliche Blick vielleicht das einzige ist, worauf wir zurückgreifen können.

Nach seinem Studium in Leipzig und Brüssel zog Arne Schmitt Anfang 2013 nach Köln, um seine künstlerische Praxis im Rheinland fortzusetzen. Die lokale Architektur- und Stadtgeschichte taucht in der Ausstellung in einer aktuellen Arbeit über die Kirche Christi Auferstehung des Kölner Architekten Gottfried Böhm (*1920) in Köln-Lindenthal auf, die hier bei kjubh zum ersten Mal gezeigt wird.

Arne Schmitt (*1984) studierte Fotografie an der HGB Leipzig (Diplom, 2011) und an der Hogeschool Sint-Lukas in Brüssel (Master, 2012). Zuletzt war seine Arbeit zu sehen in den Einzelausstellungen "Wenn Gesinnung Form wird / Verflechtungen", Sprengel Museum Hannover (2012), "Spot-Specific", Galerie 52, Folkwang UdK Essen (2012), und "UN City Wien", Projektraum Mikro, Düsseldorf (2010), sowie in zahlreichen Gruppenausstellungen, darunter "Hotel Charleroi", Palais des Expositions Charleroi (2012), "State of the Art: New Contemporary Photography", NRW Forum Düsseldorf (2012), und "Method. Photography. Transfer.", Port Gallery T, Osaka.


(Ausstellungs-Ansichten)